Von Alexander Acosta Osorio

Die neunte Ausgabe des internationalen Kurzfilmfestivals „In The Palace“, die vom 18. bis 25. Juni in Balchik in Bulgarien stattfand, brachte mehr als 150 Filmemacher aus fünf Kontinenten zusammen.
Filmemacher aus Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Nordafrika präsentierten Ihre Arbeiten in vier Kategorien: Fiktion, Animation, Experimentalfilm und Dokumentarfilm. Die Filme wurden von einer Jury von angesehenen Filmemachern, Journalisten und Branchenvertretern aus den USA, Rumänien, Kroatien, Russland und Bulgarien, bewertet.

Neben den Filmvorführungen fanden im Rahme des Festivals unterschiedliche Workshops wie die internationale Medienkonferenz und die „Aspekte des Erfolgs“ statt. Dieser Workshop wurde von Gregg Helvey geleitet, dem Produzent des Filmes Kavi, der einen Academy Award in der Kategorie bester Studentenkurzfilm gewann für seinen Film über die moderne Sklaverei. Helvey sprach über seine persönlichen Erfahrungen, die zur Produktion erfolgreicher Filme führen und teilte nützliche Tipps zur Herangehungsweise an die Filmproduktion, die Filmfinanzierung, das Filmmarketing und den Filmverleih.

Filmemacher und Personen aus der Branche hatten die Möglichkeit an einer Veranstaltung teilzunehmen, die Filmemacher und Produzenten zusammenbringt. Ausserdem gab es „Fragen&Antworten“ Blöcke mit Personen, die direkt in die Produktionsprozesse von Kurzfilmen involviert sind.

Jurymitglied Linda Olszewski, Vizepräsident der Akquisition des Kurzfilmunterhaltungsnetzwerkes für die Oscars, hielt einen Workshop zum Thema „Die Macht von Filmen“ wo Filmemachern die Möglichkeit gegeben wurde verschiedene Themen zu diskutieren wie die Festivalfinanzierung, den Filmverleih oder was es braucht damit ein film sich für die Acadamy Awards qualifizieren kann.

Sandi Sissel, die dem Filmprogramm der Universität New York vorsitzt, war ein weiteres Jurymitglied. Sie ist eine aussergewöhnliche Filmmacherin und verfügt über weitreichende Erfahrungen in unterschiedlichen Feldern (Filme, Dokumentarfilme, Fernsehen). Sie gewann zahlreiche Preise für die Berichterstattung während des Vietnamkrieges und Arbeiten die sie für NBC und ABC, Saturday Night Life und 60 Minutes verwirklichte.

„Ich empfinde den internationalen Film als ein verbindendes Element, weil man durch Filme an menschlichen Erfahrungen in unterschiedlichen Ländern teilhaben kann“ sagte Sissel.

Unter den Kurzfilmen im Wettbewerb gab es eine moderne Adaption des Medusamythos des jungen spanischen Regisseurs Mikel Gurrea aus San Sebastian mit dem Titel „Red in the Water“. „The Extraordinary Life of Rocky“ des Belgiers Kevin Meul war wegen seines schwarzen Humors und seiner intelligenten Geschichte einer der Publikumslieblinge. Ein anderer Belgier, Wim Geudens, gewann den Preis für das beste Drehbuch und Ton mit seinem Film „Beats of Love“, eine Geschichte über einen Mann der auf der Suche ist nach den Klängen, die das Herz seiner Traumfrau erobern.

Von den Studentenkurzfilmen kommen wir nun zu den seriöseren Filmen die unterschiedliche Themen behandeln: von Konflikten und Tragödien („3 Hours“ von Regan Hall), dem vorbeigehen der Zeit („Minute 200“ von Frank Benitz), dem Verlust der Identität („3sai“ von Paul Emmanuel) bis zu Psychologischem („Nulepsy“ von Jessica Rinland) und Imaginärem („Out of Erasers“ von Erik Rosenlund), dagegen entdeckten Dokumentarfilme reale Charakteren („Mother“ von Jakub Piatek, „Caught Between Two worlds“ vonViktor Nagi, „A Balkan Rhapsody“ von Tatyana Mircheva).

Ein ÉCU Repräsentant nahm an der Ausgabe 2011 des Festivals teil um Informationen und Erfahrungen zu teilen und um neue Partnerschaften zu schlissen.

An der Marktveranstaltung des Festivals, wo verschiedene Vertreter der Industrie zusammenkamen um Informationen auszutauschen und Partnerschaften zwischen Organisationen und anderen Festivals zu promoten, teilte ÉCU die Bühne mit Organisationen aus Russland, Deutschland und Finnland.

Unterschiedliche Stimmen der Liebe, des Hasses, des Verlustes, der Absurdität und der Entdeckung der menschlichen Verfassung waren am In The Palace Festival zu hören bzw. sehen. So gab es ein reichhaltiges Angebot für Zuschauer und Filmemacher und es war für jeden Geschmack etwas dabei.

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