Das ÉCU-Filmfestival stellt in diesem Jahr sechs arabische Filmmacher ins Scheinwerferlicht, die um den Ahmed Khedr Award for Excellence in Arab Filmmaking konkurrieren. “Things I heard on Wednesdays von Abu Bakr Shawky war bereits in der offiziellen Auswahl des New York Film Festival und ist einer der sechs Filme, die für die Arabic Section berücksichtigt wurden. In einem Interview mit ÉCU teilt Abu Bakr Shawky seine den Film und unabhängige arabische Filmemacher betreffenden Gedanken .

Was hat dich dazu bewogen einen eigenen Independent-Film zu drehen?
Ich studiere an der NYU und wir bekamen dort die Aufgabe einen Kurzfilm zu drehen. Zwei Wochen zuvor starb mein Großvater und das inspirierte mich dazu einen Film über meine Familie zu drehen. Es war Tradition bei uns, dass sich die gesamte Familie jeden Mittwoch bei meinem Großvater traf und dabei wurden immer viele alte Geschichten erzählt. Diese Zusammentreffen jeden Mittwoch endeten mit dem Tod meines Großvaters. Ich stellte im Nachhinein fest, dass die Geschichte meiner Familie eng mit einigen politischen Ereignissen verknüpft ist. Das Drehen des Films ging recht schnell. Ich brauchte drei bis vier Tage. Im Prinzip rief ich einfach alle meine Verwandten an, um Fotos und Geschichten von ihnen zu erhalten und legte los.

„Things I Heard on Wednesdays“ erzählt dem Zuschauer auch eine Menge über Ägyptens Geschichte. Wie hast du es geschafft dieses Material zusammenzustellen?
Vieles von dem was im Film zu sehen ist habe ich selbst während der Revolution gedreht. Außerdem hat meine Familie eine Menge Fotos behalten, die ich für den Film benutzt habe. Da das Ziel des Films nicht ist eine Menge Geld damit zu verdienen, hatte ich zudem die Möglichkeit viel Material von verschiedenen Nachrichtensendern zu verwenden.

Gab es einen speziellen Grund warum du deinen Film beim ÉCU 2013 eingereicht hast?
Ich bin über Withoutabox auf das ÉCU-Filmfestival gestoßen und erinnerte mich, dass mir ein Freund zuvor davon erzählt hat. Es ist eine tolle Möglichkeit für mich meinen Film international vertreiben zu können. Das Festival ist bekannt dafür ein vielfältiges Programm mit Filmen aus aller Welt zu haben. Dass es dieses Jahr eine spezielle Auswahl für arabische Filmemacher hat, gefällt mir besonders. Zudem sind Festivals sehr wichtig für Filmemacher, vor allem für unabhängige. Welche Wege gibt es sonst einen Film ohne Budget bekannt zu machen?

Warum ist es wichtig arabische Filmemacher zu unterstützen?
Da es für arabische Filmemacher quasi keine finanzielle Unterstützung gibt ist es sehr wichtig. Die arabische Welt ist ein interessanter Teil unserer Erde und für viele Menschen immer noch recht unbekannt. Mir ist aufgefallen, dass mittlerweile immer mehr Festivals arabische Filme in ihr Programm aufnehmen, da auch immer mehr Menschen beginnen sich für die Kultur und Geschichte zu interessieren. Trotzdem sind arabische Filme noch immer unterrepräsentiert.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich plane nach Ägypten zurückzukehren, um dort an einem Projekt zu arbeiten, das Teil meiner NYU Thesis sein wird.

Kommst du zum ÉCU 2013?
Ich würde sehr gerne kommen und gebe mein Bestes, um am 29., 30. Und 31.März vor Ort zu sein!

Things I heard on Wednesdays (Trailer)
Ein Film von Abu Bakr Shawky, Ägypten

„Things I heard on Wednesdays“ ist eine Aufzeichnung Ägyptens jüngster Gescichte, gesehen durch die Augen eine Mittelklasse-Familie.

 

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